Shiatsu (japanisch für „Fingerdruck“) ist eine in der chinesischen Medizin begründete und in Japan weiterentwickelte Form der Körpertherapie, die auf der Lehre von den fünf Wandlungsphasen basiert. Es stellt in seinen Ursprüngen eine Arbeit an den Meridianen (Energielinien im Körper) dar und soll Chi (Energie) in Bewegung setzen.

In einer Shiatsu-Behandlung liegst du mit oder ohne Kleidung auf einer Shiatsu-Matte am Boden.

Ich setze Finger, Hände, Ellenbogen und auch Knie ein. Teils arbeite ich im Shiatsu mit sanftem, teils mit intensivem Druck am Körper. Sowie mit Rotationen, Dehnungen und rhythmischen Bewegungen (Rocking).

In den Auswirkungen einer Shiatsubehandlung auf das Nervensystem und somit auf das Selbstheilungspotential der Zellen liegt der Hauptunterschied zu anderen Behandlungsformen. 

Basierend auf der über Jahrtausende betriebenen Erforschung der Lebenslinien des menschlichen Körpers wurde in China und Japan eine Form der Behandlung der Meridiane erarbeitet und verfeinert.

Als bedeutendste Vertreter dieser Behandlungsform gelten Tokujiro Namikoshi und sein Schüler Shizuto Masunaga. Letzterer begründete seinen eigenen Stil (Zen Shiatsu) und erweiterte das klassische Meridiansystem um zusätzliche Verläufe.

Er entwickelte Diagnosesysteme und spezielle Dehnungsübungen (Makko Ho). Als Masunaga 1981 starb, wurde seine Lehre von seinen Schülern in den Westen getragen und kam schließlich auch nach Europa.

In seiner heutigen Form umfasst Shiatsu zusätzliche Inhalte der Struktur- und Faszienarbeit, der Anatomie, Pathologie und Psychologie, der Traditionellen Chinesischen Medizin und der fernöstlichen Diagnose.

Das Vorgespräch ist ein relevanter Teil der Shiatsubehandlung.

Durch achtsame Berührung, Meridianarbeit, Rocking, Stretches, Faszienarbeit und vor allem durch sogenannte „switch-auslösende“ Behandlungstechniken gelangt dein vegetatives Nervensystem beim Shiatsu in einen parasympathischen Zustand.

In diesem Zustand (entspannte Muskulatur, tiefe Atmung, ruhiger Herzschlag) werden im Körper die Ruhefunktionen (also auch Reparaturfunktionen der Zellen, „die Selbstheilungskräfte“) angeregt – im Gegensatz zum sympathischen Zustand, in welchem der Körper Flucht und Angriffsfunktionen (erhöhter Blutdruck, höhere Lungenaktivität, etc.) einleitet.

In der heutigen Welt sind Stress und Überforderung im Privat- und Berufsleben oft ein Grundzustand; der Sympathikus wird dementsprechend übermäßig aktiviert. Da die Steuerung des Zustands des Nervensystems nicht dem freien Willen unterliegt, kann Shiatsu hier von ausschlaggebender Bedeutung sein (z.B. Burnout-Behandlung und -Prävention).

Faszien sind Gewebeschichten, die unserem Körper seine innere und äußere Form geben. Sie umhüllen sowohl den Körper im Ganzen als auch alle Einzelteile: Muskeln, Sehnen, Knochen, Organe, Gehirn und sogar das Rückenmark. Ohne Faszien wären wir formlos; wir würden von außen ungefähr wie eine Amöbe aussehen, während in unserem Inneren bei jeder Bewegung alles durcheinanderpurzelte.

Faszien reagieren auf wiederholte Bewegungsabläufe, auf Haltungen – im doppelten Wortsinn – und auf Gewohnheiten. Sie bilden eine Brücke zwischen der Aktivität unserer Muskeln und unseren Emotionen, und stehen dabei in Verbindung mit unseren Nerven und unserem Gehirn. Sie sind, von den ersten Stunden des Embryos an bis ins hohe Alter, das Bindeglied zwischen allem, was unseren Körper und unsere Person ausmacht.

Bis in die jüngste Vergangenheit galten Faszien in der Anatomie als unwichtig. Um die einzelnen Teile des Körpers zu erforschen, entfernte man sie wie Abfall. Man betrachtete sie als leblose Verpackung, als reglose Hülle aller wichtigen Bauelemente des Organismus. Erst im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, nachdem gezielte Forschungsprojekte und Kongresse das Feld dafür bereitet hatten, änderte sich diese Sichtweise radikal. Dabei hatte bereits Andrew Taylor Still (1828-1917), Visionär und Vater der Osteopathie, die Faszien als „Außenstellen des Gehirns“ bezeichnet.
Der Ursprung heutiger Faszienarbeit reicht genaugenommen zurück bis in die 1960er Jahre, als eine ambitionierte Biologin eine einzigartige Richtung der Körpertherapie begründete, die bald den Ruf hatte, besonders intensiv mit Faszien zu arbeiten und sowohl auf der Ebene des Körpers als auch seelisch wirksam zu sein: Ida Rolf. Seit Ende der 1990er Jahre entwickelten sich neben dem sogenannten Rolfing auch andere, sanfte Wege der Arbeit mit diesem faszinierenden „Gewebe des Lebens“.  

Die Faszie ist ein vierdimensionales umhüllendes und verbindendes Netzwerk, das unsere Körper und Lebensgefüge durchwirkt und in Zeit und Raum in Spannung hält. Wie in einer lebendigen Matrix manifestiert sich in ihr universelle Intelligenz; sie spiegelt Lebensenergie und -geist, sowie die Ausrichtung aller persönlichen Aspekte des Menschseins. Ein wichtiges Ziel ist es, das Feld zu bereiten, auf dem diese „Intelligenz der Gewebe“ ideal zutage treten kann. Jeder Teil des Körpers, alle Organe, Zellen, Gewebe und Strukturen sind durch das Kommunikationssystem der Faszie miteinander verbunden. Um sich frei entfalten zu können, braucht es weiten Raum und offenen Geist. Viel mehr als wir denken, sind wir in unseren Behandlungen Gefäße der universellen Intelligenz. Dafür müssen wir uns öffnen, für das „Nicht-Tun“. Paradoxerweise gelingt dies nur durch Lernen und Üben, sinnvollerweise mit Haltung, Leichtigkeit und Freude. Über Faszienarbeit erreiche ich verschiedene Ebenen des Menschlichen Seins, insbesondere kann ich intensiv an der Verbindung von Kopf, Herz und Bauch (Gedanken, Emotionen und Körper) arbeiten.